Der Mindestlohn kommt zum 01.01.2015 (MiLoG)

Achtung Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer!

Sie haben Anspruch auf Zahlung eines Arbeitsentgelts mindestens in Höhe des Mindestlohnes. Dieser beträgt gemäß § 1 Abs. 2 des Mindestlohngesetzes (MiLoG) ab dem 01.01.2015 brutto 8,50 EUR je Zeitstunde.

Wenn Sie beispielsweise als Küchenhilfe oder Zeitungszusteller(in) bislang auf einen geringeren Stundenlohn gekommen sind, dann wundern Sie sich nicht, wenn Ihr Arbeitgeber nun sozusagen „aus heiterem Himmel“ Ihr Arbeitsverhältnis kündigt, um Sie durch einen Minderjährigen, für den eine Ausnahme von der Mindestlohnregelung gilt, zu ersetzen.

Scheuen Sie sich nicht, in einem solchen Fall anwaltschaftliche Beratung – gegebenenfalls unter Inanspruchnahme staatlicher Beratungshilfe – in Anspruch zu nehmen!
Manche Arbeitgeber geben sogar im Kündigungsschreiben als Kündigungsgrund den Mindestlohn oder das Alter des Arbeitnehmers an. Da § 1 des Allgemeinen Gleichstellungsgesetzes (AGG) eine Benachteiligung aus Gründen des Alters verbietet, ist auch zweiteres nicht erlaubt!

Zeitungszusteller(innen) seien jedoch bereits an dieser Stelle auf die – im Ergebnis nicht ganz nachvollziehbare – Ausnahmeregelung in § 24 Abs. 2 MiLoG hingewiesen, nach welcher der übergangsweise Mindestlohn für Zeitungszusteller(innen) im Jahre 2015 nur 6,38 EUR und im Jahre 2016 nur 7,23 EUR betragen wird.

Achtung Arbeitgeber!

Aus einschlägigen Pressemitteilungen dürfte Ihnen bekannt sein, dass es einige Ausnahmen von der Mindestlohnregelung gibt. Diese gelten insbesondere für Jugendliche unter 18 Jahren ohne abgeschlossene Berufsausbildung, Azubis, Praktikanten und Langzeitarbeitslose innerhalb der ersten sechs Monate nach Anstellung.

Bitte bedenken Sie, dass beispielsweise der Einsatz von Praktikanten mit relativ hohem organisatorischem Aufwand verbunden ist. Lohnt es sich langfristig vielleicht doch eher, auf bewährte Mitarbeiter zurückzugreifen? In aller Regel legen diese eine höhere Motivation (evtl. auch zur Ableistung von Überstunden) an den Tag als es beim gezielten Einsatz minderjähriger Schüler oder sogenannter Scheinselbständiger der Fall ist.

Unumstritten dürfte sein, dass der gesetzliche Mindestlohn bewirkt, dass Menschen von ihrer Arbeit auch leben können und keine weitere Unterstützung vom Staat benötigen. Tschüss 2014! Hallo Mindestlohngesetz!

 

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