Radarfallen: Nicht immer misst das rote Licht, ob Bürger rasen oder nicht!

Nicht immer misst das rote Licht, ob Bürger rasen oder nichtDieses Pferdeportrait erlangte letztes Jahr bundesweite Berühmtheit, als es den Polizei-Paparazzi der Stadt Eppstein/Ts. vor deren brandneuen Blitzer lief. Die Überschrift zu diesem Beitrag hätte auch lauten können „Pferd rettet Autofahrer“. Normalerweise gelingt das sonst nur guten Verkehrsrecht-Anwälten. Der musste in diesem Fall aber nicht tätig werden. Denn erstens war nicht der gemütliche Gaul der Auslöser, sondern der Autofahrer im Hintergrund mit 59 km/h wo nur 50 km/h erlaubt waren. Der konnte aber nicht ermittelt werden, weil die Hinterbacke seines Retters das Nummernschild verdeckte. Und zweitens hätte es sich hier nur um 15 € Bußgeld gehandelt.

So kurios und erheiternd die Geschichte auch klingt, so sehr zeigt sie, wie fehleranfällig Geschwindigkeitsmessungen in der Praxis sind. Die Hersteller predigen zwar unermüdlich, wie unfehlbar die von Ihnen angebotenen Messgeräte bei richtiger Anwendung sind. Jedoch ermangelt es nicht selten gerade an dieser richtigen Anwendung entsprechend den Vorgaben der Bedienungsanleitung.

Darüber hinaus haben zahlreiche Tests ergeben, dass auch die hinter den Messgeräten stehende Technik nicht immer fehlerfrei arbeitet. So werden bei einem Radargerät beispielsweise die vom Messgerät ausgesandten Radarwellen von dem gemessenen Fahrzeug reflektiert, wobei sich die Frequenz der Welle – abhängig von der Geschwindigkeit des Fahrzeugs – ein wenig verändert. Diese Änderung wird registriert und daraus das Fahrzeugtempo ermittelt. Hierzu müssen die Radargeräte in einem bestimmten Winkel zur Straße aufgestellt sein – schon kleine Abweichungen verursachen Messfehler.

Radargeräte liefern also zum einen nur dann korrekte Ergebnisse, wenn sie auch richtig aufgestellt wurden. Zum anderen stellt sich immer wieder die Frage, ob nicht ein anderes Objekt – wie beispielsweise in dem obigen Foto das hinter dem Pferd fahrende Fahrzeug – die Messung ausgelöst haben könnte. Grundsätzlich reicht für die Auslösung ein reflektierender Gegenstand, wobei sich in Versuchen gezeigt hat, dass nicht immer der dem Messgerät nächste Gegenstand oder derjenige mit der größten Reflexionsfläche die Messung auslöst.

In folgenreicheren Fällen als diesem kann es sich daher lohnen, mit einem versierten Fachanwalt für Verkehrsrecht zu sprechen. Nur möglichst frühzeitig sollte man das tun. Hier können Sie mehr darüber lesen, was man im Verkehrsrecht und Bußgeldrecht gegen Radarmessfehler und zur Begrenzung eines drohenden hohen Strafmaßes in bestimmten Fällen tun kann.

Foto: © Stadt Eppstein/Ts.

 

  Hier finden Sie weitere Blog-Beiträge zum Thema Strafrecht sowie Verkehrsrecht und Ordnungswidrigkeitenrecht

  Hier geht’s zu den Themenseiten Verkehrsrecht und Ordnungswidrigkeitenrecht

  Aktuelle Meldungen des Monats

Kommentare sind nicht möglich
Letzte Blog-Beiträge

Erben aufgepasst: Urlaub ist ein Vermögenswert!

Das Bundesurlaubsgesetz muss neu ausgelegt werden: Erben haben unter Umständen einen Anspruch auf Abgeltung des vom Erblasser ...

weiterlesen

VW-Abgasskandal: Ansprüche Ende 2019 doch noch nicht verjährt?

Ein aktuelles Urteil sät Zweifel, ob schon zum 31.12.2019 Schadensersatzansprüche aus dem Abgasskandal verjähren oder nicht erst ...

weiterlesen

Reiserecht: Reiseplanung in Zeiten des Brexit

Ob No-Deal-Brexit oder doch noch ein Abkommen - für die Planung von Flugreisen hängt Einiges davon ab. Wenn ...

weiterlesen

Verkehrsrecht: Gilt ein deutsches Fahrverbot auch im Ausland?

Diese Frage stellen sich – meist im Zusammenhang mit einer Urlaubsreise – viele betroffene Autofahrer, die ihren ...

weiterlesen

Arbeitsrecht: Versteckte Klauseln im Arbeitszeugnis

Achten Sie auf versteckte abwertende Beurteilungen. Die müssen Sie sich nämlich nicht gefallen lassen. Abwertende Urteile sind gar ...

weiterlesen

Kirchliches Arbeitsrecht im Focus des EuGH

Was der Europäische Gerichtshof angestoßen hat, scheint die Kirche nun in Bewegung zu bringen. Klare Ansagen aus Luxemburg Eine ...

weiterlesen

Strafrecht: Die Rechte des Opfers im Strafverfahren

Opfer einer Straftat, haben als Zeugen im Strafverfahren nicht nur einen verstärkten Schutz durch den deutschen Gesetzgeber ...

weiterlesen